Die S-Bahn ruckte heftig, als David und Laura am Kölner Hauptbahnhof ausstiegen. „Das Zögern am Bahnsteig hilft uns nicht“, brummte er, während er die große Stadtkarte entfaltete. Zwar hatten sie den Dom im Blick, aber ihr Ziel, der Markt am Alter Markt, blieb unauffindbar. Es sah fast so aus, als ob sie für immer im Labyrinth der Gassen feststeckten.
„Lass dich nicht stressen“, erwiderte Laura lachend. „Erinnerst du dich an den Ausflug vor drei Jahren?“ Plötzlich schoss ihr das Bild ihres ersten Treffens in den Kopf. Damals war David, noch ein nervöser Student, ebenfalls mit einem völlig falschen Stadtplan in der Hand an ihr vorbeigelaufen. Das Erleben dieses Déjà-vu-Moments ließ ihr Herz ein wenig schneller schlagen.
„Das lässt sich nicht ändern“, gab er zu und schaute sie an, als wenn er die Zeit zurückdrehen wollte. Die Entscheidung, damals einfach stehen zu bleiben, hatte ihr gemeinsames Leben erst möglich gemacht. Es war das Schöne an ihrem Schicksal, dass sie sich immer wieder in der großen Welt verloren, um sich gemeinsam zu finden.
„Komm, wir fragen einfach jemanden“, schlug sie vor. Das Warten auf ein Wunder war bei dieser Kälte keine Option mehr. Gemeinsam spazierten sie los, während David die Karte endlich wegsteckte. Dieses Mal brauchten sie keinen Plan, um das Glück zu finden, denn sie wussten längst, wohin der Weg sie führte.